Jeder kennt den scharfen Geruch, der einem in die Nase steigt, wenn man Meerrettich isst. Es sind die konzentrierten Senfölglykoside, die wir in allen Kreuzblütlern in unterschiedlicher Schärfe finden. Deswegen schätzen wir sie als Gewürz, als Salat oder Gemüse. Denken Sie an Senf, Radieschen Rettich, Rauke (Rucola) oder Kresse. Sanft sind sie in den verwandten Kohlarten, besonders in deren Keimlingen z.B. aus Brokkoli, sehr intensiv in verschiedenen Senfsorten, in Wasabi und eben unserem Meerrettich.
Als pflanzliches Antibiotika wird der Meerrettich gerne bezeichnet. Er wirkt gegen Bakterien, Viren und Pilze. Medizinisch wird seine entzündungshemmende Kraft bei Atemwegsproblemen, bei Nebenhöhlenentzündungen und bei Nierenproblemen genutzt.
In Süddeutschland und in Österreich gehört der Kren zur Haus und Hofapotheke und ein Teil des Gartens war früher immer üppig mit Meerrettich bewachsen. Bei der Ernte der Wurzeln bleiben immer genügend Wurzelteile im Boden, die wieder weiterwachsen und die Ernte des nächsten Jahres sichern. Meerrettich wird in sandigen oder moorigen Böden angebaut, eben da, wo sich die Wurzeln gut ernten lassen. Die Engländer nennen ihn horsereddish. In den Burenkriegen erkrankte ein Großteil der britischen Pferde in Südafrika, sie hatten am Kap große Bronchialprobleme. Darauf kauften die Briten die gesamte Meerrettich-Ernte in Franken auf und verschifften sie nach Kapstadt. Dort konnten sie ihren Pferden mit der schleimlösenden und natürlichen antibiotischen Wirkung helfen. Noch heute wird in Südafrika Meerrettich angebaut.


