Kaum eine Pflanze weckt stärkere Assoziationen an Provence, Mittelmeer und Sommer wie der Lavendel. Seine Heimat sind die trockenen sonnigen Mittelgebirgslagen Südfrankreichs, Italiens und der Adriaküste. Dort, in den Wildvorkommen, wird auch heute noch die beste Lavendel-Qualität geerntet. Die Familie der Lippenblütler, zu der der Lavendel gehört, ist bekannt für ihre intensiv duftenden Arten.
Angebaut wird hauptsächlich der Lavandin (Lavendula x intermedia), eine Kreuzung aus Echtem und Breitblättrigen Lavendel. Sie zeichnet sich durch einen hohen Gehalt an ätherischen Ölen aus, geeignet für Seifen, Parfums und Kosmetik. Therapeutisch wird das daraus gewonnene Öl jedoch nicht genutzt.
Die hochwertigste Öl-Qualität wird aus dem Echten Lavendel (Lavandula angustifolia) destilliert, der vor allem in den Höhenlagen wächst und über den Mittelgebirgsbereich bis an die Waldgrenze vorkommt. Dieser Herkunft verdanken wir es, dass dieses Kind des Südens auch die bei uns in Mitteleuropa üblichen Winter gut übersteht. Der Lavendel ist ein Halbstrauch, der erst nach drei Jahren zum ersten Mal geschnitten werden kann. In gut gepflegten Kulturen kann dann bis zu dreißig Jahre lang geerntet werden.
Der Name des Lavendels ist abgeleitet vom lateinischen lavare, d.h. waschen. In der antiken Bäderkultur wurde er als im Waschwasser und als Parfümessenz genutzt. Im Wäscheschrank sorgen Lavendelsäckchen für frischen Duft und halten gleichzeitig die Motten fern.


