Die großen trompetenförmigen Blüten mit den gelben Staubbeuteln beeindrucken die Menschen seit jeher. In der Antike symbolisierte die Lilie verschiedene Göttinnen, besonders Aphrodite und Venus, im Mittelalter wurde sie Maria als Symbol ihrer immerwährenden Jungfräulichkeit zugeordnet. Auf Darstellungen von Mariä Verkündigung trägt der Erzengel Gabriel den Lilienstängel in der Hand.
Die Heimat der Madonnenlilie liegt vermutlich in der östlichen Türkei und in Afghanistan. Die Phönizier verbreiteten sie im Mittelmeerraum, die Römer brachten sie nach Mitteleuropa und nach England. Als Heil- und Zierpflanze wird sie seitdem in Gärten angepflanzt. Der verwandte Türkenbund Lilium martagon war in ganz Eurasien heimisch, heute ist er selten und streng geschützt. Der typische Blattquirl der Lilienstängel und die Blattschuppen der Knolle (Schuppenzwiebel) sind ein Hinweis auf die zentrierenden Kräfte, die sich in der Energie der Blume des Lebens als Mandala wiederfindet.
Die Madonnenlilie blüht von Juni bis Juli, an alten Exemplaren können sich 10 bis 20 Blüten an den hohen Stängeln bilden.


