Der Beinwell (Symphytum officinale) gehört zur Familie der Raublattgewächse. Diese fallen durch ihre behaarten, kratzigen Blätter auf. Verwandt mit ihm sind viele große und vitale Pflanzen wie Natternkopf, Borretsch, Ochsenzunge und Steinsame. Es gibt auch kleinere Vertreter wie Lungenkraut, Vergissmeinnicht und den Feldsalat.
Uns beschäftigt hier der Beinwell, ein äußerst vitaler Vertreter der Familie; bekannt ist er auch als Pflanzenstärkungsmittel unter seinem englischen Namen Comfrey.
Als Arzneipflanze hat der Beinwell einen besonderen Bezug zum Knochensystem. Man hört es schon am Namen. Die griechischen Ärzte der Antike nannten ihn Symphyton, d. h. „ich wachse zusammen“. Weitere, heute noch gebräuchliche Namen sind „Consolida“, was auch bedeutet: „ich füge zusammen“. Die deutschen Namen „Beinwell“ und „Wallwurz“ beziehen sich auf das altdeutsche Verb „wallen“, das „zusammenwachsen“ bedeutet.
Der umfangreiche Wirkstoffkomplex des Beinwells besteht aus Allantoin, einer hormonartigen Substanz, die Zellbildung und Wundheilung anregt, dazu Schleim- und Gerbstoffen, Flavonoiden, Harzen und Kieselsäure. Beinwell wird traditionell zur Wundheilung, bei Hautverletzungen und bei Knochenbrüchen eingesetzt.
Beinwell wächst bevorzugt in stickstoffreichen, feuchten und sumpfigen Gebieten, man findet ihn an Gräben und Wegrändern. Der Beinwell hat eine dunkelbraune bis schwarze Wurzelrinde, innen ist der Wurzelstock hellgelb bis weiß. Der verästelte Stängel kann zwischen 50 und 100 cm hoch werden. Von Mai bis August erscheinen die rot-violetten, manchmal auch creme-weißen Blüten, die gerne von Bienen und Hummeln aufgesucht werden.
Beinwell ist ein potentes Pflanzenstärkungsmittel; er zeigt seine enorme Kraft in üppigem Blattwachstum. Nach einem Rückschnitt treibt die Pflanze wieder kräftig aus, bis zu vier Blatternten im Jahr sind möglich.


